Kappsäge Tipps

Welche Features und Funktionen sollte eine Kappsäge haben?

Die große Anzahl an verschiedenen Kappsägen, Ausführungen und Herstellen ist einerseits sehr schön. Andererseits kann dies bei der Auswahl der richtigen Säge auch etwas Kopfzerbrechen bereiten: Welche Säge ist die Richtige für mich? Mit welchen Funktionen sollte sie ausgestattet sein? Arbeitet sie exakt und präzise? …

Im Folgenden gehe ich auf die wichtigsten Features und Funktionen ein, die ein gute mitbringen sollte. Punkt Nummer 1 ist …

1. Ausreichend Leistung

Ausreichend Leistung (mind. 1.000 Watt)

Sehr wichtig ist die Leistung der Kappsäge. Diese sollte nicht zu gering sein, da die Drehzahl bei stärkeren und härteren Materialien dann meist deutlich nach unten geht. Sägt man mit zu geringer Drehzahl leidet häufig die Schnittkante darunter. Diese wird unsauber und reißt aus.

Bei einer Kappsäge mit einer sehr geringen Leistung arbeitet man zudem häufig auch an der Leistungsgrenze. Das wirkt sich natürlich nicht positiv auf die Lebensdauer des Motors und anderer Teile aus. Meine Empfehlung ist daher mind. 1.000 Watt Leistungsaufnahme (gern mehr). Unter dem, wird man wahrscheinlich nur wenig und auch nicht lange Freude an dem Gerät haben.

Ich empfehle mindestens 1.000 Watt Leistungsaufnahme bei der Kappsäge. Gern mehr.

2. Schnittbreite und Schnitthöhe

Max. Schnittbreite und -höhe beachten

Mit das Wichtigste (wenn nicht DAS Wichtigste) ist die max. Schnittbreite und Schnitthöhe. Wie breit und stark können also meine Werkstücke sein, damit ich sie mit meiner Kappsäge bearbeiten kann. Darüber entscheidet in aller Regel der Durchmesser des Sägeblattes. Ist dieser recht klein, kann ich mit der Kappsäge auch nur verhältnismäßig dünne Werkstücke zuschneiden.

Dies ist natürlich abhängig vom jeweiligen Vorhaben und Verwendungszweck und sollte daher jeder für sich selbst entscheiden. Ich empfehle aber auf eine etwas größere Schnittbreite beim Kauf zu achten, da man so mit dem Gerät deutlich flexibler ist. Möchte man z.B, Laminat/Parkett zuschneiden, wird es bei machen Modellen schon eng… Interessant sind hier natürlich die Zug-Kappsägen (siehe weiter unten: 6. Zugfunktion).

Achte beim Kauf auf eine möglicht große max. Schnittbreite und -höhe.

3. Drehbarer Sägetisch

Großer Winkelbereich ist von Vorteil

Klar – damit sich überhaupt Winkelschnitte (horizontal) herstellen lassen, muss der Sägetisch drehbar sein. Dies sollte sowohl nach links als auch nach rechts möglich sein z.B. von -45° bis +45°.

Meist bei professionellen Kappsägen lässt sich dieser Winkel von bspw. -47° bis +47° (also je 2 Grad mehr) einstellen. Somit sind Hinterschnitte möglich. Ob das der Hobby-Heimwerker benötigt ist schwer zu sagen. Der Profi jedoch aber sicher. Zudem sollte der Drehteller leicht handelbar sein und der gewünschte Winkel sollte sich exakt einstellen lassen.

Drehbarer Sägetisch/Sägeteller zum Herstellen von horizontalen Gehrungsschnitten.

4. Neigbarer Sägekopf und Sägeblatt

Optimal: Sägekopf nach links UND rechts neigbar

Genau wie der Sägeteller sollte sich auch der Sägekopf (inkl. Sägeblatt) in dessen Neigung einstellen lassen. Bei den Einsteiger-Modellen ist dies meist von 0° bis 45° möglich.

Die Neigung des Sägekopfes lässt sich bei hochwertigeren Kappsägen meist auch nach links und rechts verstellen, z.B. -45° bis +45°. Nichts unüblich ist bei professionellen Geräten auch hier wieder die Hinterschnittfunktion, wo sich das Sägeblatt von bspw. -47° bis max- +47° neigen lässt.

Lässt sich der Sägekopf nach links UND rechts neigen, ist man besonders flexibel.

5. Anschlagschiene und Spannvorrichtung

Anschlagschiene und Spannvorrichtung

Sehr wichtig sind Anschlagschiene und Spannvorrichtung an der Kappsäge. Gerade erste sollte sehr präzise verarbeitet sein, da an die Anschlagschiene all unsere zu bearbeitenden Werkstücke gelegt werden. Nur wenn diese 100% exakt ist, hat man auch eine (realistische) Chance auf einen geraden Zuschnitt.

Eine Spannvorrichtung ist in der Praxis auch sehr nützlich. Mit Hilfe dieser kann man das Werkstück auf dem Sägetisch fixieren und läuft nicht Gefahr, das irgendetwas verrutschst. Meist ähnelt sie vom Aufbau her eine handelsüblichen Schraubzwinge.

Auf exakte Anschlagschiene und festsitzende Spannvorrichtung achten.

6. Zugfunktion

Der wohl größte Vorteil: Zugfunktion

Die sogenannten Zug-Kappsägen, sind im Gegensatz zu den reinen Kappsägen zusätzlich mit einer Zugfunktion ausgestattet. Das heißt, dass man den kompletten Sägekopf inkl. Sägeblatt nach vorn und hinten bewegen kann. Dadurch erhält man eine deutlich größere max. Schnittbreite. Breitere Werkstücke (wie z.B. Laminat/Parkett) lassen sich so problemlos im gewünschten Winkel zuschneiden.

Ich empfehle dir, beim Kauf in jedem Fall auf eine Zugfunktion zu achten (also eine Zug-Kappsäge zu kaufen), da man dadurch wesentlich flexibler und uneingeschränkter ist.

Sehr zu empfehlen sind die sog. Zug-Kappsägen, da diese den Zuschnitt deutlich breiterer Werkstück erlauben.

7. Ausziehbarer Sägetisch

Ausziehbarer Sägetisch

Möchte man mit der Kappsäge sehr lange Werkstücke zuschneiden (z.B. Sockelleisten), hat man häufig das Problem, dass Anfang und/oder Ende des Werkstückes in der Luft hängt und sich durchbiegt. Ein exaktes Anlegen an die Anschlagschiene ist somit nur schwer möglich.

Hier ist ein ausziehbarer Sägetisch eine nette Sache. Alternativ können hier auch seitliche Auflagen sein, die meist einfach an die Seite des Sägetisches eingesteckt werden können. Dadurch erhält man auch einen verlängerten Sägetisch.

Ein praktisches Nice-To-Have: Ausziehbarer Sägetisch oder seitliche Auflagen.

8. Spindelarretierung

Spindelarretierung für einfachen Sägeblattwechsel

Damit man das Sägeblatt einfach, schnell und sicher wechseln kann, sollte die Kappsäge mit einer sog. Spindelarretierung ausgestattet sein. Per Knopfdruck kann man so die Welle/Spindel und damit das Sägeblatt feststellen und das Sägeblatt bequem wechseln.

In aller Regel befindet sich auch ein passender Inbusschlüssel an der Maschine, mit dem man das Sägeblatt wechseln kann.

Spindelarretierung für einen einfachen und sicheren Sägeblattwechsel.

9. Spänefangsack und Absaugvorrichtung

Zug-Kappsäge mit Spänefangsack

Als vorletzten Punkt führe ich den Spänefangsack an, dessen Aufgabe es ist, die anfallenden Sägespäne aufzusammeln, damit man stets einen freien Blick auf das Werkstück und den Zuschnitt hat.

Leider funktionieren die Spänefangsäcke in der Praxis nicht wirklich richtig, da es sich um eine passive Lösung handelt. Deswegen sollte ein Adapter aufsteckbar sein, der den Anschluss an eine externe (aktive) Absauganlage erlaubt. Ein Industriestaubsauger hilft hier meist schon Wunder.

Beim Kauf auf das Vorhandensein eines Spänefangsackes achten. In der Praxis allgemein besser: Anschluss einer externen Absauganlage (z.B. Mehrzwecksauger).

10. Justierschrauben zum Einstellen der Säge

Justierschrauben zum exakten EInstellen

Der letzte und gleichzeitig einer der wichtigsten Punkte ist die Möglichkeit, die Kappsäge zu justieren (via Stellschrauben). Nach dem Aufbau sollte man dies in jedem Fall tun, da nur so gute Sägeergebnisse möglich sind.

Mit Hilfe der Justierschrauben sollten sich die Gehrungswinkel genau einstellen lassen. Hat man dies einmal (meist mit etwas Geduld und Ausdauer getan :-)), steht einem perfekten Zuschnitt eigentlich nichts mehr im Wege. In diesem Zuge sei auch die Schnitttiefenbegrenzung erwähnt. Diese kann je nach Vorhaben auch sehr sinnvoll sein.

Die Kappsäge sollte mit Justierschrauben exakt eingestellt werden können.

Weitere Features

Laser und Taschenlampe zuschaltbar

Weitere Nice-To-Have Features können z.B. ein Laser sein, der die Anrisskante anzeigt, oder eine kleine Taschenlampe an der Säge, die vor allem beim mobilen Einsatz recht nützlich sein kann.

Auf das Sägeblatt bin ich oben gar nicht eingegangen, da es nicht direkt zur Säge gehört. Die Verwendung eines qualitativ hochwertiges Sägeblatt ist aber extrem wichtig für einen „perfekten Schnitt“. Hier findest du weitere Informationen über die Auswahl des richtigen Sägeblattes sowie meine Empfehlungen.